Großer Fang für die Umwelt

Sie sehen einen Fischschwarm unter Wasser

Fischschwarm © dieter76-Fotolia_72499334_S

Ganze 268 Tonnen Geisternetze förderte unlängst die weltweit größte Meeressäuberungsaktion des Jahres zutage. Rund 100 Fischerboote waren unter der Ägide von WWF Polska über 14 Stunden entlang der polnischen Ostseeküste im Einsatz, um die im Meer herumtreibenden Fischfanggeräte einzusammeln. Teilweise waren auch Taucher beteiligt, um Netze freizumachen, die sich in Schiffswracks verfangen hatten.

 Die Umweltorganisation schätzt, dass allein im Bereich der polnischen 200-Meilen-Zone rund 800 Tonnen herrenlose Netze umhertreiben. Da die verlorenen oder teilweise sogar absichtlich in der See zurückgelassenen Geflechte auch weiterhin noch fangaktiv sind, stellen sie eine enorme Gefahr für das ökologische Gleichgewicht der Meere dar.

 In den häufig aus Kunststoffen bestehenden Netzen verfangen sich nicht nur verschiedenste Meerestiere, die anschließend qualvoll verenden. Während des langsamen Zersetzungsprozesses geben sie zudem unterschiedliche Giftstoffe frei, die in die Nahrungskette aufgenommen werden. Darüber hinaus verfangen sie sich in Schiffsschrauben, Wracks oder Felsformationen und führen so zu weiteren Netzverlusten und Materialschäden.

Die Säuberungsaktion von WWF Polska und dem Fischereiverband Kołobrzeg (Kolberg) gibt es bereits seit 2011. Beim damaligen Pilotprojekt wurden zunächst geeignete Methoden entwickelt und sechs Tonnen Geisternetze aus dem Meer gefischt. Der Umweltschutzverband plant, die Aktion auf weitere Ostseeanrainer auszuweiten. 2012 wurde auch die litauische Küste in die Säuberung einbezogen.

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