Zukunft der Bahnverbindung nach Stettin

Sie sehen im Vordergrund ein Gewässer mit bunt geschmückten Segelbooten. Dahinter ist das Ufer und weiter im Hintergrund sind alte Stadtgebäude

Stettin – (Waly Chrobrego) Hakenterrase – © Lagarto-Film – Fotolia.com

Auf dem zweiten deutsch-polnischen Bahngipfel Ende November in Szczecin (Stettin) war auch der Ausbau der Bahnverbindung zwischen Berlin und Stettin ein Thema. Einig waren sich die regionalen Vertreter aus Politik und Verwaltung, dass die Strecke endlich zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden müsse. Insbesondere die verbesserte Anbindung der Hafenmetropole an die Berliner Innenstadt sowie den Flughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld seien wichtige Ziele, die es in absehbarer Zeit zu erreichen gelte.

Während Bund und Deutsche Bahn aber bisher keinen zeitlichen Horizont nennen, nur eine eingleisige Variante vorsehen und eine darüber hinausgehende Erweiterung von der künftigen Verkehrsentwicklung abhängig machen, hat die polnische Bahngesellschaft PKP bereits konkrete Termine genannt. So sollen Ausbau und Elektrifizierung bis zur Staatsgrenze ab 2018 beginnen und spätestens 2021 abgeschlossen sein. Noch im vergangenen Jahr hatte der Chef der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, 2020 als Jahr der Fertigstellung genannt. Dieser Termin wurde nun aber weder vom Verkehrsministerium noch von der Deutschen Bahn bestätigt. Inwieweit das polnische Vorhaben die deutsche Seite in Zugzwang setzt, bleibt abzuwarten.

Die 1843 erbaute Berlin-Stettiner Bahn gehört zu den ältesten deutschen Bahnstrecken. Der zweigleisige Ausbau der Strecke war Mitte der 1870er Jahre abgeschlossen, die Elektrifizierung der Trasse 1924. Infolge des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem Bedeutungsverlust der Strecke. Der Übergang Hinterpommmerns mit Stettin an den polnischen Staat sowie die Demontage des zweiten Gleises als Reparaturleistung an die Sowjetunion reduzierten den Linienverkehr massiv. Mit der politischen Wende von 1989 und dem Wiederaufbau der Bahnverbindungen zwischen Ost- und West-Berlin sowie dem Beitritt Polens zur Europäischen Union und dem Schengenraum wurde auch eine direkte Schienenverbindung zwischen den beiden Metropolen zunehmend attraktiver. Allerdings hinkt die Entwicklung der Bahnverbindungen seitdem der des Auto- und Busverkehrs hinterher. Der fehlende Ausbau macht eine regelmäßige Taktung zwischen Angermünde und der deutsch-polnischen Grenze unmöglich. Dennoch gibt es derzeit mehrere attraktive Direktverbindungen am Tag zwischen Berlin Gesundbrunnen und Szczecin Główny (Hauptbahnhof).

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