Ostseebad Misdroy – Stadtführer

Ostseebad Miedzyzdroje (ehemals Misdroy) – „Zwischen den Quellen am Nationalpark Wolin“

Kleine Fischerboote am Hafen von Misdroy

Der Strand am Fischefeihafen von Misdroy mit Booten - Foto: Carsten Wolf

Das Ostseebad Misdroy auf der Insel Wolin schmiegt sich an die Hügel der Misdroy-Wolliner Endmoränenlandschaft, die schon in den sechziger Jahren zu Polens erstem Nationalpark erklärt wurde. Die weitläufige Hügellandschaft schützt den Ort vor rauhen Ostwinden. In Misdroy verbinden sich breite, feine Sandstrände mit einer beeindruckenden Steilküste und alten Buchenwälder, Hügeln und Seen, die sich ideal für Wandern, Fahrrad fahren und andere Bewegungssportarten eignen. Der historisch gewachsene Ortskern von Misdroy mit seiner neuen mondänen Promenade (2011), mit einer 392 m langen Seebrücke, Kurpark und einem Viertel mit alten Bädervillen ähnelt im Flair den Ostseebädern in Mecklenburg-Vorpommern.

Gegenüber von Misdroy an der Usedom-Woliner Bucht können Sie die drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin erkennen, mit denen Misdroy durch Busse, aber auch durch die bekannten Adler-Seebäderschiffe verbunden ist.

Südlich von Misdroy erstrecken sich das Stettiner Haff und das Mündungsdelta der Swine, einer der drei Abflüsse der Oder aus dem Stettiner Haff in die Ostsee.

Tourist-Info: Ul. Promenada Gwiazd 2, am Park neben dem Kulturhaus, Mo-Fr. 9-17 Uhr, von April bis Oktober auch Sa+So 9-17 Uhr www.miedzyzdroje.pl

Geschichte von Misdroy:

Der ehemalige Fischerort wurde 1573 als Myzdrawe (zwischen den Quellen, da es in der Gegend viele solehaltige Quellen gab) erstmals erwähnt. Ab 1835 gab es die ersten Badeeinrichtungen am Strand. Nach dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahre 1902 wurde Misdroy zum beliebten Badeort der Stettiner und viele Berliner und Stettiner bauten hier ihre Strandvillen, die in großen Teilen heute noch erhalten sind. Zur besseren Versorgung der Kurgäste errichtete man ein Warmbadehaus (hinter dem Hotel Aurora gelegen), das bis vor wenigen Jahren als Dependance der Swinemünder Kurgesellschaft betrieben wurde.

1857 erbaute der Berliner Unternehmer Lejeune auf einem parkartigen Grundstück an der Promenade eine Villa. Das im italienischen Stil gehaltene „Lejeunsche Schloß“ erwarb die Gemeinde Misdroy 1890 und nutzte es als Kurhaus. Heute residiert hier das Internationale Kulturzentrum „MCK“.

1884 gab es in Misddroy die erste hölzerne Seebrücke, im Jahre 1906 folgte ein 360 m langer Neubau , die durch Krieg und Naturgewalten leider beschädigt wurde und abgerissen wurde. Die Misdroyer Promenaden waren breit, es gab einen Musikpavillon und auf dem Kaffeeberg lockte eine Ausflugsgaststätte mit dem schönsten Blick über das Ostseebad. Die beeindruckenden Kliffs an der Misdroyer Steilküste wurden zum Beispiel 1928 von Lyonel Feininger im Aquarell „Dampfer nach Misdroy“ verewigt.

Im zweiten Weltkrieg blieb Misdroy weitestgehend erhalten. In den sechziger Jahren erlebte Misdroy den Ausbau zum Sozialistischen Badeort – am Ostende der Promenade wurden drei Großhotels erbaut (heute Rybak, Vestina und Slavia) – die alten Villen an der Promenade jedoch verfielen. Bis in die achtziger Jahre war Misdroy auch nur ein Stadtteil des nahen Swinemünde.

Seit 1990 werden viele Villen liebevoll von Ihren Besitzern ausgebaut, ein gutes Beispiel hierfür ist das Hotel Stella Maris, die ehemalige Pension Seestern. Auch fast alle Hotels des alten Ostseebades blieben erhalten: An der Promenade finden Sie das verfallene Gebäude „Bałtyk“, das ehemals prachtvolle Hotel Seeblick und direkt an der Seebrücke das zum 4-Sterne-Hotel ausgebaute ehemalige Hotel Miramare (heute Aurora). Links neben dem Hotel „Aurora“ ist auch das ehemalige Gästehaus „Stella Maris“ zu erkennen, gegenüber des Amber-Baltic die Röchlingssche Villa, das heutige „Nautilus“, und schließlich das erste Haus am Platze, das 1857 erbaute ehemalige Hotel „Strandschloß“. Es befindet sich östlich des Hotel Amber-Baltic direkt in den Dünen und wird heute vom polnischen Militär als Erholungshaus „Fregata“ betrieben. Ein weiteres Militär-Kurhaus ist das Kurhaus Grunwald im Gebäude des ehemaligen Hotels „Daheim“.

Seit 1996 gibt es auch wieder eine Seebrücke, die 2003 auf 395 m verlängert wurde. Die Türme des Eingangsbereiches entsprechen dem Vorkriegs-Original, die Halle ist diesem jedoch nur nachempfunden. Ebenfalls einem Vorbild von 1905 nachempfunden ist das neu erbaute „Amfiteatr“.

Übernachten in Misdroy:

  • Das renommierteste Hotel und erste Haus am Platz ist das in den Dünen gelegene Hotel Amber-Baltic der Vienna-Hotelgruppe. Die Preise besonders in der Nebensaison sind erschwinglich und alle Zimmer haben Meerblick.
  • Neu errichtet wurde am westlichen Ende der Promenade ein 4-Sterne-Appartement-Hotel der französischen Golden-Tulip-Hotelgruppe, das Golden Tulip Residence. Das Haus liegt mitten im Küstenwald und hat auch einen kleinen Wellnessbereich.
  • Unweit des Golden Tulip goibt es ein privat geführtes Wellnesshotel, das Baginski & Chabinka Spa, mit Hallenbad, Saunen und gut ausgestatteten Zimmern mit Balkon. Besonders außerhalb der Hauptsaison können Sie hier auch preiswert einige Tage verbringen.
  • An der Seebrücke wurde vor einigen Jahren das Hotel Aurora zu einem Vier-Sterne-Hotel ausgebaut. Es gibt ein großes Hallenbad und eine Sauna – die Lage ist sicherlich nicht zu übertreffen.
  • Hinter dem Hotel Aurora empfängt Sie sozusagen in zweiter Reihe das sehr überschaubare Hotel Trofana Spa, in einer kleinen Seitenstraße. Das Trofana Spa hat 40 Zimmer, ein kleines Hallenbad, mehrere Saunen und eine kleine Anwendungsabteilung.

Carsten Wolf

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