Düsterromantische Ausstellung

Sie sehen die Eingangstür zum Zentrum für künstlerische Aktivitäten in der Stadt Ustka. Es ist ein Backsteingebäude mit Rundbogentür. Links und rechts von der Eingangstür befinden sich Schaukästen mit Informationen zu den aktuellen Ausstellungen.

Zentrum für künstlerische Aktivitäten in Ustka – Carsten Wolff

Besucher des Seebads Ustka (Stolpmünde) erwartet ab dem 4. April eine neue Ausstellung. Hinter dem komplizierten Titel „Pod soczystym zielonym mchem, ktoś schował białe kości“ (Jemand versteckte weiße Knochen unter dem saftigen grünen Moos) verbirgt sich eine Sammelausstellung bekannter polnischer Gegenwartskünstler wie Bianka Rolando, Paweł Szeibel, Krzysztof Maniak oder Natalia Bazowska. Sie ist der zweite Teil der Reihe „Czarna Trylogia“ (Schwarze Trilogie), bei der es um die magische (Wieder-)Aneignung der Natur durch den Menschen über die Mittel der Kunst geht.

Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit zwei Wahrnehmungsarten entlegener Naturorte. Da ist zum einen das Bedrohliche, Dunkle und Angsteinflößende der Walddickichte, Sümpfe und einsamen Lichtungen. Auf der anderen Seite steht die romantische Versprechung der Natur als Gegengewicht zur technisierten Zivilisation des Menschen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Wald als Projektionsfläche alter Märchen und Mythen, wie auch als tragischer Schauplatz der Partisanenkämpfe im Zweiten Weltkrieg.

Die Künstlerinnen und Künstler haben sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und diese in Gemälden, Fotografien, Installationen, Collagen und Videos verarbeitet. Das Ergebnis ist mal idyllisch, mal verstörend, mal apokalyptisch, auf jeden Fall zum Nachdenken anregend und nie ohne den nötigen Tiefgang. Die Ausstellung ist auf drei Häuser der Ostseegalerie für Gegenwartskunst (BGSW) aufgeteilt, das Zentrum für künstlerische Aktivitäten (CAT) in Ustka sowie die Hexenbastion und die Kammergalerie in Słupsk (Stolp). Sie läuft bis zum 30. Juni.

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