Rügenwalde / Rügenwaldermünde – Stadtführer

Darłowo (ehemals Rügenwalde) – „Königsstadt am Meer“

Der Marktplatz von Rügenwalde

Blick auf den Marktplatz von Rügenwalde – Foto: Carsten Wolf

Die alte Königsstadt Darłowo – ehemaliges Rügenwalde – an der Wipper (polnisch Wieprza) gelegen, hat vor allem durch die beständige Werbung für die Rügenwalder Wurstwaren an Berühmtheit gewonnen.
Die Rügenwalder Teewurst ist allseits bekannt. Wohingegen aber die traditionsreiche pommersche Spickwurst aus Rügenwalde nur noch den alten Pommern ein Begriff ist. Hergestellt wird die angepriesene “Pommersche aus dem Birkenrauch” allerdings in Nordrhein-Westfalen  und die besungene Mühle in Rügenwalde wurde bereits in den achtziger Jahren abgerissen. Als bayerische Mettwurst oder “Metka bawarska” – so kennt man die Rügenwalder Teewurst in Rügenwalde selbst.

Die etwa 16 000 Einwohner zählende Stadt an der Wipper blieb von dem zweiten Weltkrieg weitgehend verschont. Der quadratische Rathausplatz mit seinem Hemptenmacherbrunnen (benannt nach einer Reedereifamilie und erbaut im Jahre 1919 von Wilhelm Grossa), das aus dem Jahre 1725 stammende Barockrathaus mit seinem gotischen Portal und weitere barocke Bürgerhäuser entlang des Marktes und der Fußgängerzone, blieben bis heute gut erhalten.

Das beeindruckendste Bürgerhaus – das Hemptenmacherhaus – aus dem Jahre 1604, befindet sich gegenüber des Rathauses an der südwestlichen Ecke des Marktes. Gut erhalten blieben auch Teile der Stadtmauer, wie zum Beispiel das hohe Tor (Drama Wysoka) aus dem 14. Jahrhundert.

Gegründet wurde Rügenwalde 1271 durch Fürst Wisław von Rügen. 1312 errang Rügenwalde die Stadtrechte nach Lübecker Recht und wurde daraufhin zu einem der wichtigsten Häfen in Pommern. Der Beitritt zur Hanse fand 1356 statt.

Blick in den Hof des Schlosses in Rügenwalde

Blick in den Hof des Schlosses in Rügenwalde – Foto: Carsten Wolf

“Königsstadt am Meer” – dieser heutige Titel findet seinen Ursprung in der Regentschaft des Rügenwalders Erik I. ab 1397 als König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Von seinen skandinavischen Untertanen misstrauisch beäugt, wurde der slawische Herrscher 1437 abgesetzt. Später bekannt als “Piratenkönig”, widmete der ehemalige König sich anschließend der Seeräuberei von Gotland aus.

Erik I. verbrachte seinen Altenteil im Rügenwalder Schloss, ab 1495 dann als Herzog von Pommern und Stolp.

Das Schloss der Pommerschen Herzöge liegt direkt an der Wipper. Es wurde 1352 als Wasserburg errichtet, später als Gefängnis und nach 1945 als Speicher genutzt. Heute befindet sich an der Wippermühle ein kleines Café mit einem romantischen Blick über den Fluss.

Eine sechseckige Kirche aus dem 14. Jahrhundert – die Gertrudenkapelle – befindet sich etwas außerhalb am Friedhof an der Straße nach Ustka. Die Gertrudenkapelle mit einem auf sechs Pfeilern ruhenden Sterngewölbe, war vermutlich eine Stiftung von Erik VII.

Tourist-Info:

  • Adresse: pl. Kościuszki 1 (im Rathaus)
  • Telefon: (0048) 94 – 3142223
  • Öffnungszeiten: Di.-Fr. 7-15 Uhr  (im Sommer längere Öffnungszeiten)

www.darlowo.pl

Anreise:

  • Auto: an der Kreisstraße 203 aus Koszalin oder der Kreisstraße 205 aus Sławno
  • Bus: mehrmals täglich ab Sławno
  • Bahn: mehrmals täglich ab Sławno und Koszalin

Sehenswertes:

  • Schloß der pommerschen Herzöge mit Schloßmuseum, ul. Zamkowa
    Di.-So. 10-16 Uhr (im Sommer auch Mo 10-18 Uhr), www.muzeumdarlowo.pl
  • Hohes Tor (Brama Wysoka), ul. Powstańców Warszawy
  • Gertudenkapelle (Kaplica św. Gertrudy), ul. Ojca Damiana Tynieckieg

Essen und Trinken:

  • Restaurant im Schlossgasthof Zamkowy, www.zamkowy.pl
  • Restaurant im Hotel Król Eryk, www.eryk.com.pl
  • Café Venezia in der Fußgängerzone auf zwei Etagen mit sehr gutem Kaffee und Kuchen

 

Darłówko

(ehemals Rügenwaldermünde) „Ostseebad an der Mündung der Wipper“

Blick über den Fluss Wipper auf das Schloss in Rügenwalde

Rügenwalde mit Blick über den Fluss Wipper auf das Schloss – Foto: Carsten Wolf

Darłówko liegt an der Mündung der Wipper. Früher bezeichnete man den Hafen Münde – später Rügenwaldermünde und heute Darłówko. Der Fluss Wipper teilt den Ort in zwei Teile: in das westliche Darłówko Zachodnie und das östliche Darłówko Wschodnie.

Die frühere Klappenbrücke wird heute von einer markanten Schiebebrücke ersetzt. Diese verbindet beide Ortseile und darf nur von Fußgängern benützt werden. Aufgrund der futuristischen Form des Kontrollturms wird die Brücke oft als Ufo bezeichnet.

Wer hier in Rügenwaldermünde wohnt, kann in den frühen Morgenstunden den einlaufenden Fischern beim Entladen zusehen. Die Verbindung aus Seebad und Fischereihafen mit Pier, Mole und Leuchttürme erzeugt eine verwunschene Stimmung. Bei Sturmgelage lohnt sich der Weg zur Mole, die dann von Brechern überspült wird.

 

Außenansicht der Marienkirche in Rügenwalde

Blick auf die St. Marienkirche in Rügenwalde – Foto: Carsten Wolf

Bereits ab 1324 gab es am Ufer der Wipper, an der Stelle einer slawischen Burg, eine Zollstation, einen Fischerort und einen Hafen. Die ersten Kurgäste wurden auf Initiative von Dr. Georg Büttner ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts empfangen – 1814 wird Münde erstes preußisches Seebad.

Das Badehaus – Kurhaus Friedrichstadt – befand sich im Gebäude des heutigen Hotels Apollo. 1936 wird Münde zu Rügenwalde eingemeindet. Auf der Westseite, in Höhe des heutigen Hubschrauberflugplatzes, gab es im zweiten Weltkrieg einen Übungsplatz für die gewaltigen Geschütze des Typs Dora.

Mit ihren 1350 Tonnen Gewicht, 11 m Höhe und 32 m langen Kanonenrohren wurden sie auf einem Eisenbahngestell bewegt. Die Bedienung erforderte 500 Soldaten!

An diese Tradition anschließend gibt es heute jährlich ein europaweites Treffen von Militaria-Begeisterten im beschaulichen Ostseebad.

Anreise:

  • Auto: an der Kreisstraße 205
  • Bus: Stadtbus ab Darłowo
  • Bahn: mehrmals täglich ab Darłowo

www.darlowo.pl

Sehenswertes:

  • Leuchtturm (eigentlich ein Lotsenturm – Ende 19. Jahrhunderts)
    Juni-September 10-14 Uhr, 15-18 Uhr und 19-21 Uhr
  • Schiebebrücke zwischen den beiden Ortsteilen

Wandern und Fahrrad:

  • Wandern: „Rund um den Kopan-See“. Der rote Wanderweg führt an der Wipper entlang bis nach Darłowo. Der grüne Wanderweg geht ab dem Marktplatz auf das Hohe Tor und vorbei an der Gertrudenkapelle nach Cisowo. Dieser Weg führt über Kopan an die Schilfgebiete des Sees und weiter nach Wicie an die Ostsee. Nach Darłówko geht es dann wieder in Richtung Westen auf dem roten Küstenfernwanderweg (ca. 25 km).
  • Fahrrad: „Rund um den Kopan-See nach Jershöft“
. Man fährt die selbe Strecke, biegt jedoch hinter Kopan nach Palczewice ab. Bis nach Jaroslawiec über Drozdowo, Barzowice und Rusinowo führt der blaue Fahrradweg entlang. Von Jaroslawiec weg fährt man dann nach Darłówko zurück (39km).

Essen und Trinken:

  • Restaurant und Café im Hotel Apollo, www.apollo.darlowko.pl
  • Café mit hervorragenden Torten und Kaffee und entsprechend hohen Preisen in der ul. Kapielowa, direkt gegenüber der Post, gehört auch zum Hotel Apollo.

Carsten Wolf und Katharina Hoefferer

 

 

 

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