Rocklegenden an der polnischen Ostseeküste

Schon seit 2007 können Einwohner und Touristen von Ustka (Stolpmünde) jedes Jahr Weltstars der Rockmusik erleben. Im Amphitheater des rund 10 Kilometer südlich gelegenen Ferienresorts Dolina Charlotty gaben sich schon Größen wie Deep Purple, Santana und Alice Cooper die Ehre. Jetzt haben die Organisatoren den Veranstaltungskalender für die kommende Saison veröffentlicht. Beim Festival der Rocklegenden Anfang Juli können sich Besucher auf Ex-Marillion-Sänger Fish und die Progressive-Rocker um Ian Anderson von Jethro Tull freuen.

Den Saisonauftakt im Amphitheater machen während der polnischen Maifeiertage vom 1. bis 3. Mai „richtig schwere Jungs“. Dann findet dort nämlich die Veranstaltung „Giants Live“ statt. An der offiziellen Ausscheidung zu den internationalen Strongmen-Meisterschaften nehmen zwölf Athleten aus zehn Ländern teil. Vom 29. bis 31. Mai geht es dann mit dem Charlotta Moto Fest weiter. Die internationale Veranstaltung für Motorradfans wird von einem sportlichen und kulturellen Rahmenprogramm begleitet. Gäste können dann auch Konzerte der Southern-Rocker von Molly Hatchet, der schwedischen Hardrockband Europe und der legendären polnischen Bluesrock-Band Dżem erleben.

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Bernstein – das Gold der Ostsee in Polen

Zur Herbst- und Winterzeit weht auch an der ansonsten milden polnischen Ostseeküste so manches Mal ein rauer Wind. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen tobte jetzt weit draußen auf See ein Sturm, der den Meeresboden aufwühlte und urzeitliche Schönheiten ans Tageslicht förderte. Das, was da vielerorts an Land gespült wurde und ganze Scharen von Sammlern anlockt, ist Bernstein, das Gold der Ostsee. Kaum ein anderer Rohstoff wird so sehr mit der Ostsee verbunden, wie die Jahrmillionen alten Harztropfen, die manchmal erstaunliche Ausmaße annehmen können.

Ob durchsichtig klar oder farbig trüb, ob mit oder ohne Einschlüssen, Bernstein übte auf den Menschen schon immer eine faszinierende Wirkung aus. Bereits in der Steinzeit war er ein begehrtes Handelsobjekt, das zu Schmuck verarbeitet wurde. Schon damals etablierten sich mehrere heute als Bernsteinstraßen bekannte Handelswege, auf denen die begehrte Ware von Nord- und Ostsee in den Mittelmeerraum transportiert wurde.

Wer einmal an der polnischen Ostsee Urlaub gemacht hat, der weiß, wie beliebt der auf Polnisch Bursztyn, Jantar oder Amber genannte Stein auch heutzutage noch ist. Während der Saison schlagen fliegende Händler in den Küstenorten ihre Stände auf und bieten Schmuck- und Gebrauchsgegenstände aus Bernstein feil. Örtliche Juweliere haben sich oft auf Bernstein spezialisiert. Viele Touristen versuchen selbst ihr Glück am Strand, drehen manch unscheinbaren Stein um und hoffen, dass er sich als ein Stück goldglänzender Urgeschichte entpuppt.

Sie sehen Fischerboote am Sandstrand von Jaroslawiec

Fischerboote am winterlichen Strand von Jaroslawiec (Jershöft) – Foto: Carsten Wolf

Zu den Bernsteinbegeisterten zählt auch Maks Kwiatkowski. Der 23-Jährige aus Jarosławiec (Jershöft) interessierte sich schon als Jugendlicher für Schönheit und Geschichte des Bernsteins. Der Student der Warschauer Handelshochschule will sein Wissen und seine Liebe für das fossile Harz weitergeben und baut seit vergangenem Jahr am ersten Museum der Region, das einzig dem Bernstein gewidmet ist. Bereits im Juni soll das in der ul. Nadmorska in seiner Heimatstadt gelegene Haus eröffnen.

Hinter der hölzernen Fassade des Neubaus wartet dann auf die Besucher eine Reise durch die Welt des Bernsteins. Gleich zu Beginn werden sie vom urzeitlichen Wald begrüßt, der vor 40 Mio. Jahren den Ostsee-Bernstein produzierte. Weiter geht es in ein Bernsteinbergwerk, ein anderer Saal ist Einschlüssen gewidmet, seien es Insekten, Spinnentiere oder Pflanzenteile. Darüber hinaus soll eine Weltkarte mit eingelassenen Originalbeispielen über die Bernsteinfundstätten rund um den Globus informieren.

Eine interessante Ausstellung können Einwohner und Besucher von Świnoujście (Swinemünde) noch bis April im Museum für Hochseefischerei am plac Rybacka bewundern. Die junge Künstlerin Małgorzata Jabłonska hat sich ganz der Bernsteinverarbeitung verschrieben. Dabei nutzt sie auch schon einmal mittelalterliches Werkzeug, wie es die Wikinger und Slawen auf Wolin eingesetzt haben könnten. Vom Schmetterling über Ringe bis hin zum Lampenschirm reicht das Werk der jungen Frau, die auch das Stadtwappen im Stadtamt von Międzyzdroje (Misdroy) aus dem gelben Stein angefertigt hat.

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Kultur pur an der polnischen Ostsee – Philharmonie

Denkt man an die polnische Ostsee, so fallen einem zunächst traumhafte Sandstrände und Steilküsten ein. Doch die beliebte Ferienregion hat auch einiges an Kultur zu bieten. So gibt es zwischen Świnoujście (Swinemünde) und Ustka (Stolpmünde) gleich drei Philharmonien, die für hochwertigen Musikgenuss stehen. Gerade in der kühlen Jahreszeit sind Konzerte und Tanztheatervorstellungen eine willkommene Ergänzung zum Winterspaziergang und Wellnessaufenthalt.

Das Repertoire der pommerschen Musikhäuser ist breitgefächert. Von symphonischen und Kammerkonzerten, über Operettenabende, Tanztheater bis hin zu Musicaldarbietungen und Rockadaptationen reicht das Angebot der drei Philharmonien. In Polen besonders beliebt sind um diese Jahreszeit die Karnevalskonzerte. Sie finden traditionell gegen Ende Januar und dann wieder rund eine Woche vor Beginn der Fastenzeit statt. Während Kulturtouristen in Szczecin (Stettin) beispielsweise Werke von Dvořák, Rimski-Korsakow und Tubin präsentiert bekommen, können sie sich in Koszalin (Köslin) auf einen heißen Tangoabend freuen. In Słupsk (Stolp) lädt der polnische Tenor Bogusław Morka mit seinen Gästen zu einer musikalischen Rundreise mit Opernarien, Operettenmelodien und neapolitanischen Liedern ein.

Auf die längste Nachkriegstradition kann die Mieczysław Karłowicz-Philharmonie in Szczecin zurückblicken. Die 1948 gegründete Einrichtung soll in diesem Jahr einen neuen Sitz erhalten. Das moderne Gebäude im Stadtzentrum wurde vom katalanischen Architektenbüro Barozzi Veiga entworfen und will mit seinen asymmetrischen, spitzen Giebeln an die gotischen Giebelfronten der Hansestadt anknüpfen. Bis zum Ende der Spielsaison können Kulturliebhaber hier zahlreiche klassische Konzerte von Beethoven und Schumann bis Schostakowitsch und Szymanowski sowie ein Konzert der bekannten Klezmerband Klezmafour erleben.

Die Philharmonien von Koszalin und Słupsk befinden sich nur einen Steinwurf von der Küste entfernt. Vom Zentrum des Seebades Mielno (Groß Möllen) bis zur Stanisław Moniuszko-Philharmonie sind es gerade einmal 14 km. Eine Strecke also, für die man abends sogar ein Taxi nehmen kann. Das 1956 gegründete Orchesterhaus organisiert in diesem Jahr bereits zum 48. Mal das Internationale Orgelfestival von Koszalin, eine der renommiertesten Veranstaltungen dieser Art in ganz Polen. Beim „Lato z filharmonią“, dem Sommer mit der Philharmonie verzaubern die Musiker ihr Publikum bei einer Reihe von Konzerten im Stadtpark von Koszalin.

Die Sinfonia Baltica in Słupsk ist zwar die jüngste der drei Institutionen, aber nicht minder renommiert, erhielt sie doch beispielsweise 1998 eine Nominierung zu den begehrten Grammy-Awards. Auch in Słupsk haben große Veranstaltungsreihen eine lange Tradition. So das Festival „Mundus Orientalis“ für östliche und westliche Kultur oder die „Konfrontacje Sztuki Kobiecej“. Das Festival für weibliche Kunst findet diesen März bereits zum 17. Mal statt und präsentiert unter anderem die drei Sopranistinnen Gabriela Kamińska, Barbara Tritt und Marta Ustyniak sowie das weltbekannte „Polnische Tanztheater“ aus Poznań (Posen).

www.filharmonia.szczecin.pl
www.filharmonia.sinfoniabaltica.pl
www.filharmoniakoszalinska.pl

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Mit dem Pferdeschlitten durch den Winter – an der Ostsee in Polen

Später als gewohnt ist der Winter nun endlich an der polnischen Ostseeküste angekommen. Die Temperaturen liegen bereits unter dem Gefrierpunkt und sollen in den kommenden Tagen noch deutlich fallen. Die Strände von Międzyzdroje (Misdroy), Rewal (Rewahl), Ustronie Morskie (Henkenhagen) und anderen polnischen Seebädern sind schon von einem weißen Puder überzogen. Ist die Schneedecke dick genug, dann wartet auf Ostseegäste ein ganz spezielles Vergnügen. Kulig nennen die Polen den Brauch, einen oder mehrere Schlitten von einem Pferdegespann durch das winterliche Weiß ziehen zu lassen. Aber auch auf dem Pferderücken kann man sich von der Schönheit der frostigen Küstenlandschaft verzaubern lassen.

Sie sehen den vereisten Strand an der polnischen Ostsee

Eis am Strand der Ostsee in Polen – Foto: Idea Spa

Man muss es einmal selbst erlebt haben, dieses wunderbare Gefühl, eingehüllt in warme Decken die natürliche Stille der weißen Landschaft zu genießen. Unterbrochen wird sie nur vom rhythmischen Traben und dem Schnauben der Pferde, vom Knirschen des Schnees unter den Kufen. Ob bei Tageslicht oder nachts im Schein der Fackeln, beim Kulig erlebt man ein Stück alte polnische Tradition. Was heutzutage ein Ereignis für jedermann ist, war in früheren Jahrhunderten allein den Magnaten, dem polnischen Hochadel, vorbehalten. Der stattete sich in der kalten Jahreszeit gegenseitige Besuche mit dem Pferdeschlitten ab und verband dies natürlich mit fürstlicher Bewirtung. Auch heute noch gehört zur Kulig-Gesellschaft das Einkehren in eine Gastwirtschaft oder ein gemeinsames Lagerfeuer mit nahrhaften Speisen und heißen Getränken.

Entlang der polnischen Ostseeküste und in deren Hinterland bieten inzwischen viele kleinere Hotels, Pensionen und Pferdegestüte den Urlaubern ein erlebnisreiches Programm im Schnee. Oftmals organisieren die Veranstalter auch Live-Musik, Tänze und Geschichtenerzähler oder Besichtigungen.

Kuligi gibt es beispielsweise beim Anbieter Trotter in Przewłoka (Strickershagen), einem Ortsteil von Ustka (Stolpmünde). In Nowęcin (Neuhof) und Wicko (Vietzig) bei Łeba (Leba) gibt es gleich mehrere Gestüte mit einer breiten Angebotspalette. Weiter westlich kann man beim Gestüt Michalski in Budzistowo (Altstadt), einem Stadtteil von Kołobrzeg (Kolberg), fündig werden. Dabei reicht die Bandbreite von der kurzen Familienspazierfahrt mit dem Pferdeschlitten bis hin zum Kulig als Betriebsausflug für bis zu 150 Personen. www.trotter.pl, www.stajniasenny.pl, www.stadninamichalski.pl

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Kite Racing Europameisterschaft in Mielno in Polen

Auch in den Sommermonaten gibt es um Mielno Tage mit hervorragendem Wind für das Kiten

Strand von Mielno bei Wind – Foto: Carsten Wolf

Das unweit von Koszalin (Köslin) gelegene Seebad Mielno (Groß-Möllen) gehört zu den weniger bekannten Ferienorten an der polnischen Ostseeküste. Doch im September werden sich viele Blicke dorthin richten. Denn dann werden dort einige der weltbesten Athletinnen und Athleten im Kitesurfen erwartet. Die Internationale Kiteboarding Vereinigung IKA hat kürzlich beschlossen, dass die diesjährige Europameisterschaft im Kiteracing vom 2. bis 7. September am Ostseestrand von Mielno stattfinden wird. Erstmals ist Polen Gastgeber einer Europameisterschaft in dieser Trendsportart. Mielno konnte sich bei der Auswahl gegen mehrere andere Wettberwerber durchsetzen.

Weil die Wettkämpfe als sogenannte Open ausgetragen werden, erwarten die Organisatoren von der Surfschule „Dobra Marina“ aus Szczecin (Stettin) neben der europäischen Elite auch Spitzensportler aus der ganzen Welt. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit mehr als 100 Athletinnen und Athleten. Bei der Medaillenwertung werden aber nur Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom „alten Kontinent“ berücksichtigt.

Unter ihnen dürfte auch die 26-jährige Agnieszka „Aga“ Grzymska sein. Der polnische Star der Kitesurfing-Szene liegt derzeit auf dem zweiten Platz der Damen-Weltrangliste und hat ein erfolgreiches Jahr mit zahlreichen hohen Platzierungen hinter sich. Auf Platz Eins der Weltrangliste der Frauen steht die Britin Steph Bridge, die Liste der Herren wird vom Deutschen Florian Gruber angeführt. Aber auch hier befinden sich mit Błażej Ozóg und Tomek Janiak auf den Rängen Drei und Vier erfolgreiche Polen.

Die Veranstaltung findet direkt im Anschluss an die Saison statt, ein Grund also, um seinen Sommerurlaub um ein paar Tage zu verlängern. Der Austragungsort befindet sich direkt neben dem Appartement-Gebäude „Dune“. Dort werden begleitend zu den Wettkämpfen auch Konzerte, sportliche Wettbewerbe für Groß und Klein sowie andere Veranstaltungen geplant. Partner sind die Stadt Mielno und das ortsansässige Unternehmen Firmus. Eine Homepage zur Europameisterschaft soll bis März online geschaltet werden.

Mielno war in der Vergangenheit bereits mehrfach Schauplatz von Kitesurfing-Wettbewerben. Zuletzt fand dort im August vergangenen Jahres der Firmus Kite Cup als Teil des Polen-Pokals im Kitesurfen statt. Die Trendsportart erfreut sich an der polnischen Ostseeküste immer größerer Beliebtheit. Im Gegensatz zum herkömmlichen Windsurfen wird hier kein festes Segel, sondern ein Lenkdrachen zum Antrieb genutzt. Einige Windsurfingschulen in der Region bieten auch Kurse im Kitesurfen sowie Verleihmöglichkeiten an.

Ein beliebter Treffpunkt für Kitesurfer ist der Strand von Unieście (Nest), das landschaftlich schön auf der Nehrung zwischen Ostsee und Jezioro Jamno (Jamunder See) gelegen ist. Im Winter packen die Surfer ihre Ausrüstung übrigens nicht ein. Mit warmer Kleidung und Kufen unter den Brettern ausgerüstet jagen sie über die Küstenseen, sobald die Eisschickt dick genug ist. So beispielsweise beim Winter Race 2014, das zeitgleich mit dem Internationalen Walross-Treffen der Eisbader in Mielno vom 13. bis 16. Februar stattfindet – sofern bis dahin  die Temperaturen tief genug fallen.

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Geocaching an der polnischen Ostseeküste

Wer einen GPS-Empfänger und einen Internetzugang hat, kann damit auf moderne Schatzsuche gehen. Geocaching heißt das Outdoor-Hobby, bei dem man mit einer Beschreibung und Koordinaten bewaffnet auf die Suche nach einem versteckten Behälter, dem Cache, geht. Über einen Geocaching-Dienst im Internet sucht man sich die besten Caches für seine Route aus. Die Koordinaten werden in den GPS-Empfänger, beispielsweise ein Smartphone, eingegeben und schon kann es losgehen. Findet man den Cache, kann man dort in ein Logbuch Datum und Zeit des Fundes eintragen. Größere Behälter enthalten oftmals auch Tauschobjekte.

Bei dieser Art der Schatzsuche geht es nicht darum, reich zu werden. Die Geocaches führen die Schatzsucher in der Regel zu besonders interessanten Orten, Sehenswürdigkeiten oder Naturphänomenen. Es gibt sowohl einzelne Caches als auch ganze Themenrunden. Neben sogenannten „traditionellen” Behältern, die sich genau bei den angezeigten Koordinaten befinden, gibt es Multi-Caches, die wie eine Schnitzeljagd funktionieren, oder Rätsel-Caches, bei denen man erst einmal die eine oder andere Denksportaufgabe lösen muss, um an die eigentlichen Zielkoordinaten zu kommen. Die familienfreundliche Outdoor-Aktivität kann das ganze Jahr über durchgeführt werden.

Sie sehen einen Vogelbeobachtuzngsturm auf der Insel Karsibor im Mündungsdelta der Swine - die Insel gehört zu Swinemünde und zum Nationalpark Wolin

Insel Karsibor mit Vogelschutzgebiet – Foto: carsten Wolf

Beinahe täglich kommen neue Verstecke hinzu. Mehr als 9.500 aktiven Geocaches befinden sich mittlerweile in Polen – viele davon an der Ostseeküste. Die Suche nach den Caches führt beispielsweise zur Mole von Międzyzdroje (Misdroy), zu den Naturschätzen der Swinemünder Insel Karsibór (Caseburg) oder zu den einstigen evangelischen Friedhöfen der Dörfer rund um Kolberg. Einen Überblick aller Caches bekommt man auf den Homepages www.geocaching.com und www.geocaching.pl.

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Feiertagskonzerte im Kolberger Dom – Musikgenuss in historischem Rahmen

Betrat man die fünfschiffige, gotische Backsteinhallenkirche, so wurde man zunächst gefangen von einer festlichen Stimmung, die später durch ein klassisches Musikerlebnis ihren Höhepunkt finden sollte.

Umrahmt von festlicher Kirchendekoration und Beleuchtung, spürte man schon beim Durchschreiten der mächtigen Kirchenschiffe die Jahrtausende alte Geschichte dieses Bauwerks. Ich lasse mich in einer der vorderen Sitzreihen nieder. Es ist kaum zu glauben, dass hier 9.000 Besucher an einem Gottesdienst teilnehmen können. Der Kolberg Dom ist schließlich eines der größten Bauwerke in Polen.

Nachdem alle Konzertgäste ihre Plätze eingenahmen folgte eine gespannte, andächtige Stille. Die Musiker der  Philharmonie in Köslin und die Solisten betraten den Altarraum und warteten auf das Zeichen des Dirigenten. Das Konzert begann mit einem der wohl schönsten Weihnachtslieder: Stille Nacht. Das Lied passte perfekt zur Atmosphäre und zog die Hörer gleich in seinen Bann. Was für ein Beginn dieses Weihnachtskonzerts!

Während Kompositionen von Händel, Mozart und Bach das Kirchenschiff klanglich füllten, wanderten meine Blicke durch dieses monumentale Bauwerk. Untermalt von klassischer Musik genieße ich die festliche Stimmung des Augenblicks. Was für ein Moment!

Zum Abschluss des Konzertes spielten die Kösliner Philharmoniker ein weiteres Mal Stille Nacht. Diesmal jedoch wurden die polnischen und deutschen Zuhörer gebeten, im Wechsel der Strophen, jeweils in deutscher und polnischer Sprache mitzusingen.
Beseelt von diesem Abschluss verließen wir den Kolberg Dom und liessen beim anschließenden Spaziergang an der winterlichen Ostseeküste meine Konzerterlebnisse noch einmal Revue passieren. Herrlich!

- Erlebnisbericht eines deutschen Urlaubers –

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Ustka in Polen – neue Drehbrücke verbindet die Ufer der Stolpe

Einwohner und Besucher des Ostseebades Ustka (Stolpmünde) können sich 2014 freuen. Seit Ende Dezember steht ihnen eine neue Brücke zur Verfügung, über die sie noch schneller von einem Ufer der Słupia (Stolpe) zum anderen gelangen können. Die stählerne Drehbrücke auf Höhe des Leuchtturms ist eine Spezialanfertigung der ortsansässigen Firma Hydro-Naval.
Laut Herstellerangaben ist es die einzige Brücke dieser Art in Polen, möglicherweise sogar in Europa, die über einen Elektromotor im Trägerpylon bewegt wird. Der 80 Tonnen schwere Koloss braucht damit nur rund vier Minuten, bis er über den Hafenkanal geschwenkt hat. Dann können Fußgänger und im Notfall auch Krankenwagen sowie Polizeifahrzeuge die 24 Meter lange und vier Meter breite Konstruktion nutzen.
Der Weg von einem Strandabschnitt der Stadt zum anderen verkürzt sich dabei merklich, da man nicht mehr den Umweg über die rund einen Kilometer weiter südlich gelegene Stadtbrücke machen muss. Die Fußgängerbrücke wird zu jeder vollen Stunde für 15 Minuten geöffnet, während der Sommersaison in der Zeit von 9.00 bis 24.00 Uhr, in der Wintersaison von 10.00 bis 18.00 Uhr.

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Mit den Walrössern in die kalten Fluten der polnischen Ostsee

Jetzt, wo die Silvesterfeiern überstanden sind und das neue Jahr Anlauf nimmt, machen sich an der polnischen Ostseeküste schon ganz still und heimlich die ersten „Walrösser“ startklar für ihr großes Treffen. Walrösser? Ja, Walrösser, auf polnisch Morsy – so nennen sich die unerschrockenen Männer und Frauen, die sich mitten im kältesten Winter in die eisigen Fluten der Ostsee stürzen. Was für die meisten Menschen wenigstens nach Selbstüberschätzung, wenn nicht gar nach Lust am Leiden klingen mag, ist für andere nicht nur willkommene Gesundheitsübung, sondern auch geselliges Spaßevent. Vom 2. bis 6. Januar findet im Ostseebad Kołobrzeg (Kolberg) das zweite Internationale „Festiwal Morsowania“ statt, vom 13. bis 16. Februar lädt dann Mielno (Groß Möllen) bereits zum elften Mal zum eisigen Treiben beim „Zlot Morsów“, dem Internationalen Walrosstreffen, ein.

Sie sehen Menschen, die sich in die eisigen Fluten der Ostsee stürzen - im polnischen Mielno

Walrösser – Eisbaden in Mielno an der polnischen Ostseeküste – Foto: Gmina Mielno

Zugegeben, wenn man jemandem erzählt, dass man bei einer Wassertemperatur von rund zwei Grad Celsius in der Ostsee baden geht und das auch noch gerne tut, dann würden die meisten Zuhörer wohl eher mit Unverständnis reagieren. Davon, dass ein solches Eisbad aber nicht nur die gesundheitliche Konstitution von Jung und Alt stärkt, sondern auch noch Spaß macht, können sich Interessierte Anfang Januar überzeugen. Denn die Liebe zum kühl-feuchten Element wird den Teilnehmern des zweiten Internationalen Walrossfestivals auf jeden Fall anzusehen sein. Nachdem Mielno bereits seit 2004 solch ein hippes Eisbadeevent veranstaltet, wollte das Seebad Kolberg dem nicht nachstehen.

Im vergangenen Jahr haben es die Mitglieder des Walross-Vereins von Kolberg schließlich geschafft und zum ersten Mal rund 800 Eisbaderinnen und Eisbader aus Polen und Europa begrüßt. In diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dann bestünden gute Chancen, dass sie den bisher gültigen Rekord im massenhaften Eisbaden brechen, der 2010 mit 1055 Teilnehmern in Mielno aufgestellt wurde. Die Kolberger erwarten im Januar einen ganz besonderen Gast aus den Niederlanden. „Iceman“ Wim Hof, der mehrfach verschiedene Kälterekorde aufstellte, wird beim Versuch den Massenrekord zu brechen, mit von der Partie sein.

Aber natürlich wollen auch die Walrösser von Mielno sich nicht so einfach geschlagen geben und bereiten sich ebenfalls auf ein Rekordereignis vor. Sowohl in Kołobrzeg als auch in Mielno wird es zudem ein interessantes Rahmenprogramm mit verschiedenen Begleitveranstaltungen geben, von sportlichen Wettbewerben, über Kite-Surfing-Workshops und Vernissagen bis hin zu wissenschaftlichen Konferenzen. Besonders beliebt sind die bunten Paraden der Eisbader, die in fantasievollen Kostümen durch die Stadt ziehen. Im Walrossdorf am Kolberger Strand unterhalb der Kamienny Szaniec (Waldendorfschanze) gibt es darüber hinaus historische Inszenierungen, Discos und verschiedene Freiluftsaunen sowie Feuershows und ein Höhenfeuerwerk.

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Die längste Nacht des Jahres – Silvester an der polnischen Ostseeküste

Das Jahresende nähert sich mit riesigen Schritten und der eine oder andere fragt sich wahrscheinlich, wo er die Silvesternacht verbringen soll. Feierte man östlich der Oder den Jahreswechsel noch vor gut 20 Jahren eher daheim im Kreise von Familie und Freunden, ist für viele heute Ausgehen ein Muss. Ob städtische Open-Air-Party, Opernball oder feines Galadiner – die Möglichkeiten sind auch an der polnischen Ostseeküste schier unbegrenzt. Öffentliche Partys gibt es in Kurorten wie Kołobrzeg (Kolberg) und Świnoujście (Swinemünde) ebenso wie in den Metropolen Szczecin (Stettin) im Westen und der Dreistadt aus Gdańsk (Danzig), Gdynia (Gdingen) und Sopot (Zoppot) im Osten. An junge Leute richtet sich Polens größte Silvesterparty für Studenten in Łeba (Leba).

Polen lieben Partys im Freien und das zu jeder Jahreszeit. So erfreuen sich die großen städtischen Silvesterfeten immer größerer Beliebtheit. Die meisten Gäste an der polnischen Ostseeküste werden wohl auch in diesem Jahr in die Dreistadt und nach Szczecin kommen. Die Organisatoren in der westpommerschen Hauptstadt laden in den Stadtpark Jasne Błonia (Quistorpaue) zu einem bunten Programm mit Live-Musik, Showeinlagen und Höhenfeuerwerk. Ein minutenlanger Farbenregen wird zum Jahreswechsel auch den Himmel über Świnoujście erhellen. Die Stadt auf den Inseln Uznam (Usedom) und Wolin (Wollin) hat für Einwohner und Gäste ein Showprogramm in der Konzertmuschel an der Strandpromenade vorbereitet.

An Pyrotechnik spart man auch im Ostseebad Kolberg (Kołobrzeg) nicht. Der Stadtpräsident lädt hier auf den Rathausplatz, wo Kolberger und Touristen das Neue Jahr bei heißen Rhythmen begrüßen können. Im pommerschen Seebad Łeba stehen die Zeichen für ganze vier Tage auf Party. In der Stadt mit den gigantischen Wanderdünen findet bereits zum siebten Mal das Łeba Party Camp statt. Am 30. und 31. Dezember warten auf Tanzbegeisterte täglich ein Set mit bekannten polnischen DJs und ein buntes Programm mit verschiedenen Partywettbewerben, Karaoke und Sportturnieren. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Wunschritual am Abend des 1. Januar, zu dem Hunderte von Fluglampions in den Himmel über der Ostsee schweben werden.

Stilvoll geht es beim Silvesterkonzert der Stettiner Symphoniker zu. Das Orchester lädt am 31. Dezember ab 20 Uhr in die Städtische Philharmonie am plac Armii Krajowej ein. Musikliebhaber erwartet eine Mischung aus Filmmelodien, Jazzstücken und den bekanntesten Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Strauß. Wenn man schon einmal an der Küste ist, was liegt da näher, als das Neue Jahr mitten auf der Ostsee zu begrüßen. Ein Erlebnis versprechen die Silvesterbälle von Polferries und Unity Line in Świnoujście zu werden. Polferris lädt zum Venezianischen Ball auf die Fähre Wawel ein. Gemeinsam mit Fernsehmoderatorin Aleksandra Kostka können Gäste zu Live- und DJ-Musik ins Neue Jahr tanzen. „I love the 80s“ lautet das Motto des Silvesterballs der Unity Line, die auf die Fähre Polonia einlädt. Der Veranstalter verspricht heiße Rhythmen auf offener See und beschließt die Party mit einem Neujahrsbrunch am 1. Januar.

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